Fortsetzung der langjährigen Fernwärme-Lieferung aus dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk (RDK) der EnBW
Die EnBW Kraftwerke AG und die Stadtwerke Karlsruhe setzen ihre Fernwärme-Kooperation mit dem Abschluss eines langfristigen Liefervertrags fort. Zur Vertragsunterzeichnung bei den Stadtwerken trafen sich am Montag die Verantwortlichen beider Unternehmen. „Mit den Stadtwerken Karlsruhe verbindet uns eine langjährige Partnerschaft im Bereich der Fernwärme“, so Michael Baumgärtner, Mitglied des Vorstands der EnBW Kraftwerke AG. „Wir freuen uns, dass wir mit diesem neuen Vertrag die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen werden. So können wir die Stadt Karlsruhe auch künftig gemeinsam mit umweltschonender Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung versorgen. Durch den Neubau von RDK 8 werden wir Fernwärme in Karlsruhe effizient und langfristig zur Verfügung stellen.“
„Die Zusammenarbeit in Sachen Fernwärme der Stadtwerke Karlsruhe mit der EnBW hat eine lange und gute Tradition: Seit 20 Jahren nutzen wir die Abwärme aus dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk aus der dortigen Stromproduktion in so genannter Kraft-Wärme-Koppelproduktion“, unterstreicht Harald Rosemann, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke. „Das schont die fossilen Ressourcen und bedeutet ganz konkreten Klimaschutz sowie CO2-Einsparung im großen Stil. Wir leiten dabei die Kraftwerkswärme in die Stadt und das passt gut zu unserem Unternehmensgrundsatz `Versorgung mit Verantwortung’“, so Rosemann weiter.
„Die technische Zusammenarbeit mit dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk der EnBW Kraftwerke AG in Sachen Fernwärme klappt reibungslos und ist ausgezeichnet. Wir freuen uns daher sehr darüber, dass wir mit dem neuen langfristigen Wärmebezugsvertrag diese bewährte Kooperation auf eine weiterhin stabile Grundlage stellen und so die Fernwärmeversorgung in Karlsruhe auch in Zukunft gut absichern können“, so der Technische Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe, Dr. Karl Roth.
Die Aufnahme der Wärmelieferung aus dem Rheinhafendampfkraftwerk begann allerdings bereits im Jahr 1992: Über eine große Transportleitung mit einem Durchmesser von einem Meter zwischen dem Heizkraftwerk West der Stadtwerke am Rheinhafen und dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk der EnBW wird die Wärme in das Stadtnetz geleitet.
Wichtiges Element der Karlsruher Fernwärmeerzeugung ist also seit nunmehr zwei Jahrzehnten das Rheinhafen-Dampfkraftwerk mit seinem Block 7. Hier wird Fernwärme in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt und in Form von Heißwasser an die Stadtwerke Karlsruhe übergeben. Seit Frühjahr 2008 wird der Standort um den hocheffizienten Steinkohleblock RDK 8 erweitert - die Weichen für eine erfolgreiche und langfristige Fortentwicklung der Fernwärmenetze sind also gestellt.
Mit dem heute abgeschlossenen Vertrag findet die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen ihre erfolgreiche und dauerhafte Fortsetzung. Der neue Vertrag regelt die Eckpunkte und Rahmenbedingungen für die Fernwärmelieferung aus dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk inklusive des neuen Blocks RDK 8 der EnBW für die nächsten 15 Jahre und löst damit den derzeit noch bestehenden Vertrag aus dem Jahr 2005 ab.
Fernwärme – der Umwelt zuliebe
Beim Umwelt- und Klimaschutz ist Karlsruhe mit der Fernwärmeversorgung mustergültig: Zum einen entsteht die Wärme zusammen mit Strom im Rheinhafen-Dampfkraftwerk und im Heizkraftwerk West in so genannter Kraft-Wärme-Kopplung. Hierbei wird die bei der Stromproduktion anfallende Wärme weiter genutzt und geht nicht verloren. Die Brennstoffausnutzung ist dabei deutlich höher gegenüber der Stromproduktion ohne Kraft-Wärme-Kopplung. Zum anderen wird in Karlsruhe Abwärme aus den Produktionsprozessen der MiRO, Mineraloelraffinerie Oberrhein, für die Fernwärmeversorgung genutzt – ein in Europa modellhaftes und vom Bundesumweltministerium gefördertes Pilotprojekt. Hierdurch werden allein über 60.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart. Generell ist die Fernwärmeerzeugung in Karlsruhe sehr CO2-arm.
Stadtwerke investieren insgesamt über 70 Millionen Euro in die Fernwärme
Seit mehreren Jahren investieren die Stadtwerke besonders stark in den Ausbau der umweltschonenden Fernwärme in Karlsruhe: Neben dem Anschluss von Neubaugebieten in Knielingen und Neureut-Kirchfeld sowie der Südoststadt haben sie im letzten Jahr mit dem Bau einer dritten Fernwärme-Hauptleitung begonnen. Diese wird auf der so genannten Südschiene in den nächsten Jahren weitere Gebiete erschließen, dazu gehören Teile von Daxlanden, Oberreut, Dammerstock und Rüppurr. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 30 Millionen Euro, während bereits das Projekt mit der Raffinerie MiRO zusammen mit der Wärmeversorgung Nord mit insgesamt 40 Millionen Euro zu Buche schlug. Im Ergebnis wollen die Stadtwerke bis 2020 dann 30.000 Wohnungen in der Fächerstadt mit Fernwärme versorgen.
Mit einem langfristigen Liefervertrag setzen die EnBW und die Stadtwerke Karlsruhe ihre Fernwärme-Kooperation in der Fächerstadt fort. Im Bild von links: Rainer Hönes, Leiter Kraftwerkswirtschaft , Michael Baumgärtner, Mitglied im Vorstand (beide EnBW Kraftwerke AG),
Harald Rosemann Kaufmännischer Geschäftsführer und Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer (beide Stadtwerke Karlsruhe).
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